Zurück zu ihren Walliser Wurzeln

Musik

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Die Hagendornerin Melina Nora bringt ihren ersten EP-Tonträger heraus. Hinter ihrem Künstlernamen steckt eine besondere Geschichte.

  • Die Sängerin Melina Nora geniesst das schöne Wetter am Zugersee.Bild: Matthias Jurt (Zug, 7.3.2025)
    Die Sängerin Melina Nora geniesst das schöne Wetter am Zugersee.Bild: Matthias Jurt (Zug, 7.3.2025)

Zug – Mit Jutebeutel, Handgepäckkoffer und Rucksack im Schlepptau erscheint Melina Nora zum Interview. Die Sängerin aus Hagendorn ist viel unterwegs. «Ich komme gerade aus den Bergen, wo wir in einer Hütte für die anstehende Tour geprobt haben», erzählt die 24-Jährige. Am 21. März erscheint ihr erster EP-Tonträger (Extended Play) mit dem Titel «Landtapu», gesungen im Walliser Dialekt. Den Musikstil beschreibt sie selbst als «wallisertitschi Indie-Popmüsig, unplugged».

«Landtapu» ist ein Walliser Ausdruck und bedeutet Kröte. «In meinen Liedern spiele ich gerne mit solchen Wörtern. Das soll die Leute ermutigen, selber kreativ zu werden, um heraus­zufinden, was diese bedeuten könnten», sagt Melina Nora. Ihre Lieder – darunter die Titel «Was Hokksch» und «Verfor­mig» – handeln von Kindheitserinnerungen aus dem Wallis. Oft verbrachte sie damals die Wochenenden bei ihrer Grossmutter. Auch zu Hause mit ihren Eltern spricht sie im Walliser Dialekt. Sie kann aber problemlos ins Zugerische wechseln.

Was hinter dem Namen Melina Nora steckt

Hinter ihrem Künstlernamen steckt eine besondere Geschichte. Melina ist ihr Vorname. Nora steht für ihre Zwillingsschwester, die bereits vor der Geburt gestorben ist. «Sie gibt mir Kraft und schenkt mir das, was mir fehlt. Durch sie habe ich das Verspielte gefunden», erzählt sie. Musik begleitet Melina Nora seit sie klein ist. Ihr Grossvater war Dirigent.

Die Lieder komponiert sie gemeinsam mit ihrem besten Freund Nicolas Ruedin. «Wir setzen uns gerne gemeinsam auf eine Wiese und lassen unserer Kreativität freien Lauf.» Im ganzen durchgetakteten Zeitplan für neue Musik nimmt die Künstlerin sich gerne die Zeit, monatlich ein paar Tage am Stück im Wallis zu verbringen.

«Das Wallis erinnert mich an die Düfte von zerstampften Trauben und an Heimat. Dort fühle ich mich sicher und aufgehoben», kommt die Sängerin richtig ins Schwärmen. Auch einzelne Orte im Kanton Zug sind für sie Kraftquellen. Als Beispiele nennt Melina Nora den Frauentalerwald und die Lorze. Zudem verbindet sie mit Zug Kindheit, die Musikschule Cham und Familie. Die Vorfreude auf die erste EP sei gross. «Ich habe sie in Vinyl pressen lassen. Sie schliesslich in Händen zu halten, wird sicher ein spezielles Gefühl sein.»

Initialzündung am Bachelorkonzert

Am 26. März wird Melina Nora ihre Platte im Helsinki-Klub in Zürich mit Walliser Champagner übergiessen. Bevor die Platte überhaupt draussen ist, ist bereits die nächste in Planung. «Mir ist es wichtig, bei der ganzen Planung auch im Moment zu verweilen und mir des Meilensteins bewusst zu werden», betont die Künstlerin. Doch warum singt sie im Walliser Dialekt? Die Initialzündung hat vor etwas mehr als zwei Jahren an ihrem Bachelorkonzert an der Zürcher Hochschule der Künste stattgefunden. Sie habe in verschiedenen Sprachen gesungen – das allerletzte Lied im Walliser Dialekt. «Es hat so etwas Kindliches in mir hervor­gerufen und sich einfach echt angefühlt», beschreibt sie diesen Moment.

Melina Nora gibt nicht nur ihre erste EP heraus, sie geht auch gleich auf Tour. «Es fühlt sich noch surreal an. Für mich ist es erst wahr, wenn es wirklich passiert.» Damit meint die Sängerin, dass sie unter anderem mit Sina auf deren Jubiläumstour ein Duett singen kann. Mit ihrer Musik ist sie gross geworden: «Sina strahlt für mich viel Wärme aus.» Auch mit «Zermatt Unplugged» geht für die Zugerin ein Traum in Erfüllung. Bei der Tour werden auch Werbeartikel aufliegen. «Ich habe für jeden der vier Songs einen Teegeschmack ausgewählt», sagt Melina Nora. (Text: Nora Baumgartner)