Mysteriöse Todesfälle in der Villa Rohrbach

Theater & Tanz

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In ihrem neuen Stück «Unheimlichi Missverständnis» provoziert die Theatergruppe Walchwil trotz zahlreicher Leichen eine Menge Lacher.

  • Putzfrau Romi Troller (links, gespielt von Sandra Britschgi) im Gespräch mit der Hausherrin Gabriela Rohrbach (Michèle Bergamin) vor deren Sohn René (Marco Pfister).Bild: Jan Pegoraro (Walchwil, 29.3.2025)

Walchwil – Missverständnisse gibt es in jeder Beziehung, so auch in der Familie Rohrbach, die im Zentrum der aktuellen Aufführung der Theatergruppe Walchwil steht. Die dreiaktige Komödie «Unheimlichi Missverständnis» von Ronny Saunters hatte am letzten Samstag im Gemeindesaal Premiere. Regisseur Othmar Müller sorgte für einen lebendigen Ablauf der Handlung – und bewies in der Rollenbesetzung ein gutes Gespür.

In seinen Worten an die Gäste schreibt Präsident Markus Hürlimann: Diese Komödie sei bereits für das Jahr 2020 einstudiert worden, konnte aber während der beiden Pandemie-Jahren nicht aufgeführt werden. «Das Stück will uns einfach nicht loslassen und so hoffen wir, dass es auch Sie den ganzen Abend lang fesseln wird», heisst es weiter.

Was weiss die Familie?

Gabriela Rohrbach (gespielt von Michèle Bergamin) inszeniert sich gerne als Mitglied der gehobenen Gesellschaft. Daher setzt sie für die Geburtstagsfeierlichkeiten ihres Mannes Helmut (Uli Hartl) auf eine illustre Gästeliste, vom Gemeindepräsidenten (Guido Suter) über den Ständerat bis zum Verwaltungsrat des lokalen Grossunternehmens ESKI AG.

Für die geltungssüchtige Frau Rohrbach ist allerdings der gleichzeitige Besuch von Alessia (Juliette Bielmann), der Freundin ihres Sohnes René (Mirco Pfister), auf dem Anwesen unerwünscht. Natürlich soll das Haus für den grossen Tag blitzblank herausgeputzt werden, wofür die angestellte Putzfrau Romi Troller (Sandra Britschgi) und ihr Mann Andreas (Thomas Abegg) zuständig sind. Im Haus der Rohrbachs passieren seit einiger Zeit in kurzen Abständen unheimliche Dinge. So mancher Handwerker, der in dem kürzlich gekauften Gebäude etwas repariert, kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Alessia wird zufällig Zeugin eines mysteriösen Gesprächs zwischen Helmut und Gabriela Rohrbach und glaubt fest daran, dass die Familie mit den jeweiligen Todesfällen etwas zu tun hat.

Überhaupt scheint die ganze Familie etwas zu verheimlichen. Doch Eva Gross, die Polizistin (Barbara Schmuki-Rust), kann sie beruhigen. Im Haus gehe alles mit rechten Dingen zu. Doch gerade als Alessia ihr Misstrauen überwunden hat, ereignen sich wieder zwei Todesfälle. Die extra engagierte Sterneköchin erliegt einem Elektrounfall in der Küche. Und der gerade zu Gratulationszwecken anwesende Gemeindepräsident fällt nach Whisky- und Tablettengenuss dem Hausherrn leblos in die Arme. Die Familie hat laufend alle Hände voll damit zu tun, die Leichen vor den Gästen zu verbergen. Das «Entsorgen» der Leichen mittels Karrette ist Sache von Susi Rohrbach (Vreni Hürlimann), die etwas durchgeknallte Schwester des Hausherrn. Genüsslich erzählt sie, dass sie eine Leiche im Kofferraum der von ihr gehassten Polizistin versteckt hat.

Eine hilfreiche Lektion für das weitere Leben

Zu guter Letzt muss die Familie Rohrbach auch noch zur Kenntnis nehmen, dass die Putzfrau und ihr Mann nicht die Personen sind, für die sie sich ausgeben. Sie sind die Eltern von Alessia, und Andreas Troller ist der Verwaltungsratspräsident der Firma ESKI AG. Als Handwerks­leute getarnt, wollen die beiden vor Ort sehen, in welche Familie ihre Tochter einheiraten möchte. Von nun an beurteilt Gabriela Rohrbach die Leute nicht mehr nach Stand und Geld, sondern nach ihrem Charakter.

Das Pseudonym Ronny «Saunters» gehörte Rico Spring vom Breuninger Theaterverlag. Der ehemalige Verleger, Autor und Förderer von Schweizer Autorinnen und Autoren ist am 19. Dezember 2024 im Alter von 70 Jahren verstorben.

Hinweis

Weitere Aufführungen (jeweils ab 20 Uhr im Gemeindesaal): 2., 5., 11. und 12. April.


(Text: Hans-Peter Schweizer)